Das Haus, das Verrückte macht

Thousands of grey whales migrate to Baja California in winter to give birth to their calves

Wellen, Wale, El-Niño-Wunder: Warum sollten wir Mexiko eigentlich jemals verlassen? Wir wollen unsere Flüge in die Südsee und nach Ozeanien verschieben. Das geht, haben wir bei der Buchung extra beachtet. Also rufen wir bei Opodo an und erfahren: Geht doch nicht. Man erklärt uns, dass die Air Monaco vom BSP suspendiert wurde, Ticketänderungen daher unmöglich, weil nicht abrechenbar sein. Häh? Auf unserem Ticket steht Fiji Airways. Was juckt uns die Air Monaco? Und was ist der BSP? Die Opodo-Dame kann uns das alles nicht so genau erklären. Nur in einer Sache ist sie sich ganz sicher: Flüge umbuchen, ist nicht.

Wir gehen das Problem mexikanisch an. Wir warten erstmal ab, essen ein paar Fisch-Tacos und versuchen es nochmal bei der Hotline. Die nächste Opodo-Dame sucht uns ohne zu Murren Flüge an den Wunschdaten raus und nimmt gerade unsere Kreditkartendetails auf, um die Umbuchung perfekt zu machen. Da bricht unsere Skype-Verbindung zusammen. Argh.

Wir gehen das Problem deutsch an. Wir rufen panisch nochmal an und kauen auf den Fingernägeln, während wir in der Warteschleife hängen. Diesmal spukt uns das System bei einem Opodo-Herren aus. Und der ist leider wieder der Meinung, dass wir den Flug absolut nicht umbuchen können. Die Air Monaco habe uns den Fiji-Flug verkauft, auch wenn man das als Kunde nirgendwo nachvollziehen könne. Und weil der BSP (Billing and Settlement Plan), ein weltweites Abrechnungssystem zur Abwicklung von Flugtickets, die Air Monaco wegen irgendeines Vergehens suspendiert habe, könne man den Flug gerade nicht umbuchen. Aber die Kollegin hatte uns doch schon neue Flüge rausgesucht, mit Abflug-Uhrzeit, Preis, dem vollen Paket?! Gut, lenkt der Mann ein, umbuchen könne man theoretisch schon, aber ohne Abrechnung der Änderungen gehe das nicht. Also doch kein Umbuchen, obwohl es geht? Genau.

Als nächstes versuchen wir unser Glück bei Fiji Airways. Die stehen auf unserem Ticket, die haben transparente Umbuchungsgebühren, die wir auch gerne bereit sind zu zahlen, die sollen uns helfen. In Fiji geht eine dicke, müde Dame an den Apparat. Wir wissen, dass sie dick und müde ist, weil sie während des Telefonats etwas aus einer Plastiktüte isst, das sich sehr nach Chips anhört, und immer wieder genüsslich gähnt. Auch sie kann die Zaubertinte auf unseren Tickets offenbar lesen und verweist uns an die Air Monaco.

Wir recherchieren. Die Air Monaco heißt eigentlich Heli Air Monaco und ist die nationale Fluggesellschaft des Fürstentums Monaco. Das hört sich nicht ganz unseriös an. Abgesehen von der Tatsache, dass die Flotte der NATIONALEN Fluggesellschaft aus Hubschraubern besteht. 14  Stück an der Zahl. Womöglich aus Lego.

whale huntress

In Monaco versteht man uns jedenfalls sofort. Na klar können man die Flugdaten ändern. Dafür sei Opodo zuständig. Oder diese Telefonnummer in Paris, die genau für solche komplizierten Anliegen wie Ticketumbuchungen bei in Ungnade gefallenen Airlines zuständig sei. Das “Netzwerk für Airline Services APG” in Paris hat gute Nachrichten für uns: Wir können natürlich einen Monat später fliegen als ursprünglich geplant, kein Problem. Aber die Umbuchung könne nur unser Reisebüro veranlassen. Opodo. Langsam fühlen wir uns wie Asterix und Obelix auf der Suche nach Passierschein A 38 im Haus, das Verrückte macht.

Die Melodie der Warteschleife summen wir mit. Dem nächsten freien Opodo-Mitarbeiter geben wir die Nummer gegen Kummer in Paris durch. Bitte, bitte, redet doch einfach alle miteinander. Jedes Unternehmen, das irgendwie an unserem Flug beteiligt ist (ob sichtbar für uns Kunden oder nicht), hat ja nix Generelles gegen eine Änderung der Flugdaten einzuwenden. Es hängt nur an der Übermittlung der Bezahlung. Das muss man doch lösen können. Vor allem, da es sich nur um 100 Euro pro Nase handelt. Die stecke ich euch einfach in den Briefkasten, verdammte Axt!

Per E-Mail hält Opodo uns in bestechend klarem Deutsch auf dem Laufenden: „Der momentane Stand ist so, dass es immer noch in Klärung ist und somit müssen wir noch warten.“ Derweil wehrt sich die Air Monaco gegen ihren Ausschluss vom BSP. Und wir hängen irgendwo dazwischen. Oder in der Warteschleife. Jeder Anruf hat Slapstick-Qualitäten.


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