Wie ein Farmer Boy unseren Drachen repariert

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Offroad dragon with a leaking pumpkin. Whatever that means.

Joselito läuft einwandfrei. Mal abgesehen von seinen anfänglichen Streiks in Arizona und Kalifornien, an denen seine Besitzer vielleicht auch nicht ganz unschuldig waren. Seit wir auf der Baja sind, zuckelt unser Chevy ohne zu meckern über die steilsten Geröllberge und durch die sandigsten Flussbetten. Als wir eines Morgens eines der Surfbretter unterm Auto hervorziehen und einen Ölfleck darauf entdecken, bleiben wir natürlich total ruhig. Wir campen gerade bei einer der lieblichen Schwestern, der nächste tüchtige mexikanische Mecánico liegt rund 200 Kilometer entfernt. Unser Drache ist nicht mehr der jüngste. Wir hoffen, dass die Geschichte mit etwas extra Öl gegessen ist und schenken Jose großzügig nach.

Tags drauf kommen wir mit zwei Farmer Boys aus Michigan ins Gespräch, die ihre Zelte in der Nähe unseres Drachen aufgeschlagen haben. Sie sind mit Motorrädern unterwegs, fallen nach eigenen Angaben ständig um und wollen das bis Patagonien so weitermachen. Die zwei sind echte Kerrels. Tätowierte Brust, drei Jahre auf einer Ölplattform malocht, jetzt ein Jahr lang mit dem Motorrad quer durch die Americas verunfallen. Einer der beiden hat Markus unter unserem Drachen liegen sehen und fragt mit dem großen Zeh im Sand bohrend, ob er auch mal darf. Auf der Farm sei er mit vielen alten Autos aufgewachsen. Schöne Kindheitserinnerungen und so, nuscheln zwei stramme Waden aus Michigan unterm Auto hervor.

Die Diagnose: Der Kürbis ist undicht. Der was? Kürbis. Ist uns eigentlich auch egal, denn auf die Diagnose folgt sofort die Therapie. Michigan liegt schon wieder unterm Auto, schraubt etwas herum und füllt irgendetwas nach. Dann sagt er uns, wo wir die Flüssigkeit kaufen können, dass wir einfach immer schön nachschütten sollen und dass wir uns über eine langfristige Reparatur mal nicht die Köppe zerbrechen sollen. Ach ja, mit dem Motoröl habe der Kürbis übrigens nix zu tun. Aber das ab und an mal aufzufüllen, könne auch nicht schaden.

Dann fragt er Markus nach Wundnähzeug. Bis Patagonien sind es noch viele Motorradunfälle.


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