Von Offroad-Abenteuern und Omega-Campern

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Everything will be fine

Die sieben Schwestern beglücken uns seit über einem Monat. Sie sind ziemlich unnahbar, primitiv und eigentlich kaum gesellschaftsfähig – genau unser Ding. Wahrscheinlich haben sich den Namen US-amerikanische Imperialisten ausgedacht. Aber selbst die Mexikaner sprechen von the Seven Sisters, wenn sie über eine Reihe unfassbar guter Pointbreaks ungefähr auf mittlerer Höhe der Baja California reden.

Um sie zu erreichen, müssen wir auf abenteuerlichen Schotter-, Sand- und Dreckpfaden durch die Wüste holpern. Weit und breit nur Staub und Kakteen, hier und da hat jemand zur moralischen Aufmunterung den gehörnten Totenkopf einer Kuh auf einen Stock gespießt. Ab und an huscht ein einsamer Coyote vorbei. Raubvögel kreisen über uns, sicherlich nur auf der Suche nach Wüstenspringmäusen und nicht uns. Unser Drache keucht und rasselt. Bitte, bitte, jetzt nicht den Geist aufgeben. Abzweigungen und Andeutungen von Abzweigungen spielen uns Streiche. Der Sand ist weicher als gedacht, unser Drache gräbt sich ein, der Allradantrieb kann es richten.

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Fly Dragon, fly!

Schließlich erreichen wir eine der unnahbaren Schwestern. Das Wasser ist türkis, die Wellen laufen wie vom Fließband in die Bucht und in den Dünen campen ein paar andere Surfer. Gut, dass wir Essen und Wasser für zwei Wochen in der Wildnis dabeihaben. Hier bringt uns nichts so schnell wieder weg.

Die Tage fliegen vorbei. Fulltime Surfen und Campen hält uns ganz schön auf Trab. El Niño schickt der Baja einen Swell nach dem anderen. Alte Hasen sprechen von einer Jahrhundertsurfsaison.

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Happy campers

In der Dünen-Gemeinschaft sind wir die Omega-Camper. Das merken wir vor allem abends. Wenn es dunkel wird, ziehen sich die anderen in ihre auf Allrad-Trucks montierten Wohnmuscheln zurück. Sie duschen warm und holen eiskaltes Bier aus ihren Kühlschränken. Nur wir sitzen vor unserem Chevy auf zwei ramponierten Campingstühlen und lauschen dem Ping ihrer Mikrowellen. Unter einem atemberaubenden Baja-Sternenhimmel hantieren wir (also Markus) mit unserem Benzinkocher herum, frieren (also ich) und gucken unanständig zufrieden (beide) den Sternschnuppen über uns zu.


One thought on “Von Offroad-Abenteuern und Omega-Campern

  1. Heute habe ich meinen 5.Klässlern euer Bild mit dem Tierschädel gezeigt. Ich wollte von ihnen wissen, von welchem Tier dieser Schädel stammen könnte. Sie waren einhellig der Meinung, dass es sich um ein Pferd oder pferdeähnliches Tier handelt müsste. Rind kam für sie ganz klar nicht in Frage, da Rinder im Oberkiefer keine Schneide- und Eckzähne sondern eine Hornplatte besitzen (hatten sie vor kurzem für die Klassenarbeit gelernt).
    Erstaunlich fanden sie die Länge des Schädels. Tatsächlich ist unser Pferdeschädel in der Schule viel kürzer.
    Da wurde wild spekuliert. Vielleicht läuft euch ja ein Pferd oder pferdeähnliches Tier mit besonders langem Schädel noch über den Weg. Schickt uns ein Bild. Dann können wir das Rätsel lösen.

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